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Sind Sie ein geduldiger Mensch, liebe Leserin, lieber Leser, oder fällt Ihnen das Warten schwer? Manchmal habe ich den Eindruck, dass es den Menschen unserer Zeit immer schwerer fällt, zu warten.
Gerade in der Zeit vor Weihnachten fällt das besonders auf. Christstollen und Weihnachtsgebäck sind längst nicht mehr dem Weihnachtsfest vorbehalten, spätestens ab Anfang Oktober werden sie in den Geschäften angeboten und auch von vielen gekauft. Weihnachtsmänner treten reihenweise schon vor Weihnachten auf, Weihnachtslieder sind schon lange vor dem Fest überall zu hören und die weihnachtliche Festbeleuchtung erstrahlt spätestens ab dem 1.Advent in voller Pracht. Aus der stillen Adventszeit ist die turbulente Vorweihnachtszeit geworden.
Advent heißt „Ankunft“ und ist ursprünglich eine Zeit des Wartens, eine Zeit der äußeren und inneren Vorbereitung auf das Fest der Geburt Christi, eine besinnliche Zeit, in der das Licht sich erst langsam Bahn durch die Dunkelheit bricht. Wie es in dem alten Kindergedicht heißt: „Advent, Advent, ein Lichtlein brennt, erst eins dann zwei dann drei, dann vier, dann steht das Christkind vor der Tür.“
Es ist eine Zeit der Vorfreude auf das, was bevorsteht, dem man entgegen lebt. Wenn man sich die Weihnachtsfreude aber schon Stück für Stück vorwegnimmt, dann bringt man sich selbst um den vollen Genuss. Als Kind habe ich mal vor lauter Neugier mein Weihnachtspäckchen heimlich vorher ausgepackt. Niemand hat es gemerkt, aber ich selber habe mir damit die richtige Weihnachtsfreude verdorben. Die richtige Freude wird erst vollkommen durch die Vorfreude. Wenn ich mir in Gedanken ausmale, wie schön und festlich alles sein wird, wird mir dabei warm ums Herz. Und wenn ich mir vorstelle, dass durch Jesus eine Freude in mein Leben kommt, die in Ewigkeit nicht endet und dass mein Leben letztlich im Licht mündet, wird es vom Grundton der Freude durchdrungen. Ihre Pastorin Timmermann |
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