Kirchenkurier St. Nicolai
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Johannistag

Das Jahr steht auf der Höhe, die große Waage ruht.
Nun schenk uns deine Nähe und mach die Mitte gut,
Herr, zwischen Blühn und Reifen und Ende und Beginn.
Lass uns dein Wort ergreifen und wachsen auf dich hin.


Mit diesem Vers aus einem Mitsommerlied von Detlef Block grüße ich sie ganz herzlich zur Jahresmitte!
Es verweist uns auf einen Tag, der mehr und mehr in Vergessenheit geraten ist: den Johannistag am 24. Juni.
Schade eigentlich, dass er aus der Mode gekommen ist, denn sein Brauchtum war durchaus eindrücklich. Ähnlich wie bei den Feiern der Sommersonnenwende wurden am längsten Tag des Jahres Feuer entzündet, die Lichtsymbolik aber ganz auf Christus bezogen.

Johannes der Täufer als Vorläufer von Jesus stand im Mittelpunkt mit seinem Hinweis: „Ich taufe euch mit Wasser zur Buße, der aber nach mir kommen wird, ist stärker als ich; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.“

Mit Bedacht wurde der Termin auf den 24. Juni - sechs Monate vor der
Geburt Jesu - festgelegt, von dem an die Tage wieder kürzer werden. Das Wort des Johannes "Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen" (Joh. 3,30) lässt das Geschehen in der Natur als Gleichnis für sein Verhältnis zu Christus erscheinen. Auch für uns ein Anstoß, in all der Fülle des Lebens, in allem Werden und Vergehen, Christus nicht aus dem Blick zu verlieren, mit D. Block zu sagen:



Das Jahr lehrt Abschied nehmen schon jetzt zur halben Zeit.
Wir sollen uns nicht grämen, nur wach sein und bereit,
die Tage loszulassen und was vergänglich ist,
das Ziel ins Auge fassen, das du, Herr, selber bist.