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Zwei Kandidaten sind angetreten, um die Nachfolge von Bischof Knuth anzutreten. Der eine ist Familienvater, der andere schwul. Prompt melden sich wieder einschlägige kirchliche Kreise zu Wort, nach dem Motto: „Man hätte ja nichts gegen Homosexuelle, aber bitte nicht im Bischofsamt.“
Zeitgleich zu unser innerkirchlichen Diskussion äußerst sich Christoph Daum, vor Jahren um ein Haar (Achtung Wortspiel!) Fußballbundestrainer geworden, zu Wort: „Gerade den uns anvertrauten Jugendlichen müssen wir mit einem so großen Verantwortungsbewusstsein entgegentreten, dass wir denen einen besonderen Schutz (vor Schwulen) zukommen lassen.“ Daum diffamiert hier Schwule, indem er sie in die Nähe von Kinderschändern rückt. Ein unerträglicher Zustand!
Vor 20 Jahren äußerte sich eine Kirchenvorsteherin meiner Heimatgemeinde in Bezug auf einen Bewerber für die Jugendarbeit ähnlich. Und tatsächlich hat unsere Kirche noch sehr lange bis in die Neuzeit hinein Homosexualität als abnorm und krank bezeichnet.
Man bezog sich in fundamentalistischer Manier auf bestimmte biblische Stellen ohne kritisch ihre Zeitbezogenheit zu berücksichtigen und so diese Aussagen zu relativieren. Wo wären wir denn heute, wenn wir die paulinische Aussage: „Das Weib schweige in der Gemeinde“ nicht kritisch aus seinem patriachalen Kontext heraus verstünden und uns die Freiheit nicht nehmen würden eigenverantwortlich vor Gott unser Leben zu gestalten.
Eigentlich kann das Leben so einfach sein, wenn wir Jesu Antwort nach dem höchsten Gut in unsere Mitte stellen würden:
Das Liebesgebot. Dann käme man schnell zu der Erkenntnis, dass die gleichgeschlechtliche Liebe aus der selben Quelle stammt, wie jede andere Liebe auch und sie gottgegeben ist.
Ihr Pastor Arnd Lempelius. |
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