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Tragbares wird Mangelware
Die Bermudashorts erinnern an einen Traumurlaub auf Mallorca, der helle Anzug an die Taufe der Tochter. Beides ist lange her, und die gut erhaltenen Kleidungsstücke wurden seitdem nicht mehr getragen. Der Kleiderschrank platzt aus allen Nähten, aber man kann sich nicht von solchen Stücken trennen, Rüdiger Wormsbecher, Leiter der Brockensammlung Bethel, kann das gut nachvollziehen. Andererseits stellt der Diakon fest, dass die Qualität in den Spendensäcken in den vergangenen Jahren rapide abgenommen hat. „Hält der Trend an, müssen wir prüfen, ob wir weiterhin Kleidersammlungen durchführen.“
Insbesondere der Anteil hochwertiger Bekleidung, so Diakon Wormsbecher, sei in den vergangenen fünf Jahren von etwa sechs Prozent auf heute nur noch rund ein Prozent gesunken. Gleichzeitig nehme der „Müllanteil“, also der Anteil Textilien, die nicht mehr verwendet werden können, stetig zu. Erlöse aber können durch karitative Kleidersammlungen, wie die der Brockensammlung, nur mit guter und noch verwendbarer Kleidung erzielt werden. „Stark verschmutzte Hosen, zerschlissene Hemden oder kaputte Schuhe etc. kauft niemand. Diese Sachen verursachen enorme Kosten, allein schon durch die Entsorgung und ihren Transport. Sogar gebrauchte Gebisse werden schon einmal gespendet“, so Wormsbecher. „Das ist sicherlich gut gemeint und sorgt auch für Heiterkeit, aber solche Dinge gehören, auch wenn es schwer fällt, in den Müll.“ Weniger, so Wormsbecher, sei oft mehr.
Darum seine dringende Bitte: Vor der Spende die ernsthafte Qualitätsprüfung der ausgedienten Kleidung. Wormsbecher: „Sicherlich ist ein geeignetes Kriterium, wenn man ich vorab fragt, ob man das Kleidungsstück, das man abgibt, selber noch tragen würde.“ |
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