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Der Startschuss für die Olympischen Spiele ist in Tibet gefallen ... auf die Demonstranten“ –
So die Worte von Bruno Jonas im Scheibenwischer. Und wir als Christen haben Stellung zu nehmen. Pfingsten feiern wir die Ausschüttung des Heiligen Geistes auf alle Menschen. Das lutherische Verständnis vom Priestertum aller Gläubigen (jeder ist sein eigener "Papst" und entscheidet, was er für das Richtige hält) hat Pfingsten seinen Urgrund. Das beinhaltet Pluralität. Niemand hat die Wahrheit für sich gepachtet, sondern die Wahrheit setzt sich zusammen aus vielen Meinungen in Freiheit gebildet.
Solch eine – für uns Protestanten Gottseidank selbstverständliche Einstellung – wird in China mit Füßen getreten. Regimegegner werden verhaftet, gefoltert und sofern sie nicht hingerichtet werden unter unmenschlichen Bedingungen gefangen gehalten. Mir ist es ein Rätsel, wie man sagen kann, bei den Olympischen Spielen geht es nur um den Sport. Im Gegenteil sind die Olympischen Spiele für das kommunistische Regime das politische Großereignis des Jahres. Warum sonst lässt sich ein Land das Ganze Abermillionen von Dollar kosten, wenn nicht um der Selbstdarstellung sprich Werbung wegen? Natürlich soll abgelenkt werden von den unmenschlichen Zuständen im Land. In Deutschland kennen wir solch Verhalten aus der Nazizeit. Wenn deutsche Sportler nach China fahren, dann kann dies nur geschehen, wenn auch auf den Wettkämpfen offen die katastrophalen Verhältnisse angeprangert werden. Dies scheint mir allerdings kaum möglich, da die Olympische Charta politische Meinungsäußerungen der Sportler verbietet. Also werden wir vor der Glotze sitzen, fasziniert von den sportlichen Höchstleistungen und uns einer Scheinwelt hingeben. Oder wir schalten die Kiste einfach ab und gucken, was wir vielleicht Sinnvolleres mit unserer Zeit anfangen. – Aber vielleicht kommt das olympische Feuer ja auch nie in China an, weil´s auf der Straße den Läufern geklaut wurde und die ganze Farce hat sich von selbst erledigt. Vielleicht die beste aller denkbaren Varianten.
Pastor Arnd Lempelius |
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