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Der Kirchenvorstand hat auf seiner letzten Sitzung beschlossen, einmal im Monat im Sonntags-Gottesdienst das Abendmahl zu feiern, wohlwissend, dass es in der Gemeinde auch gewisse Widerstände gibt. Für viele ist das Abendmahl von früher her mit weniger guten Erinnerungen behaftet. Das finde ich schade, denn das Abendmahl bietet uns die Chance Gottes Nähe im gemeinsamen Miteinander symbolhaft zu erleben. Das Abendmahl ist das Symbol des Gottesdienstes. Im Abendmahl kommt all das zusammen und geschieht. wovon im Gottesdienst geredet wird: Gemeinschaft, Vergebung. Gegenwart Gottes, Erinnerung, Verheißung, Wegzehrung. Für mich haftet dem Abendmahl nichts Schweres und Bedrückendes an. Schön und leicht geht es am Anfang schon los. wenn der Pastor die Gemeinde auffordert die ..Herzen in die Höhe" zu heben und die Gemeinde antwortet: .Ja. wir erheben sie zum Herren". Im anschließenden Gebet und im Sanctus macht sich die Gemeinde auf den Weg der ..Himmelsreise". Ich-Grenzen werden aufgesprengt. Wir werden hineingenommen in den Himmel, wo die Engel Gottes Majestät loben und die himmlischen Heerscharen ihn anbeten. Mit diesen himmlischen Gestalten vereinen wir unsere Stimmen und wollen am liebsten anbeten und lobsingen ohne Ende". Das ist wundervolle Poesie, die unser rationales Denken sprengt und Gottes Nähe sinnlich erfahren lässt. Alles, was uns bedrückt und belastet, können wir dann im Agnus Dei Christus übergeben, wenn wir singen: „Christe, du Lamm Gottes. der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser und gib uns deinen Frieden“. Das ist Wohltat für die Seele! Da kommt kein Wellnessprogramm mit. Das Abendmahl kann aber nur seinen ganzen Zauber entwickeln, wenn uns die Liturgie, also das. was zu Singen ist. vertraut ist. Nur dann können wir uns fallen lassen und spüren, dass Gott uns trägt und erhält. Also: Lassen wir doch einfach alte Abendmahlserfahrungen über Bord gehen und machen uns frei für Neues ganz im Sinne der diesjährigen Jahreslosung: „Gott spricht: Siehe ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf. erkennt ihr s denn nicht'.'" (Jesaja 43,19).
Ihr Pastor Arnd Lempelius |
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